Backstage: “Sicheres deutsches Internet”?

12.11.2013 von Thilo 12 Kommentare

In den letzten Tagen überschlugen sich geradezu Meldungen, nach denen Telekom Deutschland die Grenzen im Internet wieder einführen möchte und ein Deutschland- oder Europa- oder Schengen-Internet aufbauen möchte – mit dem Ziel Ihre Kunden vor den “bösen US-Behörden” zu schützen.

Das ist unfassbar scheinheilig, denn…

…  die Telekom steht als multinationaler Konzern durchaus im Zugriff der US-Behörden und hat über die US-Tochter T-Mobile augenscheinlich große Mengen an Daten an die NSA geliefert.

die Telekom hat augenscheinlich nicht einmal versucht, diese Daten zu schützen, sondern hat bereitwillig alle angeforderten Daten an die NSA herausgegeben.

… es ist zweifelhaft, dass die Telekom US-Behörden den Zugriff auf die Daten ihrer deutscher Kunden verwehren kann. So werden im Falle von Fluggesellschaften nahezu 100% Reisedaten von US-Behörden  aufgenommen - beispielsweise auch die Daten deutscher Bürger, die mit einer deutschen Fluggesellschaft einen innerdeutschen Flug buchen. Ähnliches gilt sinngemäß ebenso für Konto- bzw. Bankdaten. Wieso sollte es im Telekomsektor anders laufen?

Warum also möchte Telekom Deutschland E-Mail-Verkehr in Deutschland/Europa/Schengen halten? Worum geht es hier in Wirklichkeit?

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Backstage: Telekom verliert Millionen-Klage

25.10.2013 von Thilo 24 Kommentare

tl;dr Telekom Deutschland schikaniert Partner-Telefongesellschaften der sipgate durch erheblichen wirtschaftlichen Druck. Einer der Partner, das Unternehmen [netzquadrat], gewann nun eine Millionenklage vor dem Landgericht Köln.

Nicht alle Jubiläen machen gleich viel Freude. Ziemlich genau 10 Jahre ist es nun her, dass wir die ersten Grundsteine für sipgate legten und in einem kleinen Kreis mit den unterschiedlichsten VoIP-Architekturen experimentierten, um ein Produkt an den Markt zu bringen. Eine Zeit an die sich alle Beteiligten gerne erinnern.

Fast 10 Jahre sind es aber inzwischen auch, in denen Telekom Deutschland  Gespräche mit sipgate über die Zusammenschaltung der Telefondienste verweigert hat. Statt Freude können wir uns hier bestenfalls Anerkennung für eine gewisse Konstanz abringen.

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Jetzt lossurfen! EU-Datenroaming mit simquadrat und sipgate team

19.08.2013 von Johanna 44 Kommentare

Als Kunden von simquadrat und sipgate team können Sie ab sofort EU-weit Datenpakete buchen und so auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise mobil im Internet surfen. Sobald sich ihr Handy im ausländischen Netz einbucht, informieren wir Sie per SMS über unsere Roaming-Pakete:

  • S: 5 MB – 0,75 € (24 Stunden gültig)
  • M: 25 MB – 2,50 € (zwei Tage gültig)
  • L: 250 MB – 20 € (vier Wochen gültig)

Aktivieren lässt sich das gewünschte Datenpaket im EU-Ausland ganz einfach telefonisch über kostenlose Kurzwahlen (werden in der SMS angegeben). Ebenfalls kostenlos ist die Abfrage des verbrauchten und noch verfügbaren Datenvolumens über die bekannte Tastenkombination *100#. Schon bald werden wir Sie aber auch per SMS informieren, wenn Ihr gebuchtes Datenvolumen zu 80% sowie komplett aufgebraucht ist.

Keines der drei Pakete – die übrigens auch gestapelt, also direkt mehrfach gebucht werden können – ist “in Stein gemeißelt”. Durch Ihr Feedback können wir das Angebot weiter optimieren. Konstruktive Kritik, Anmerkungen oder Wünsche senden Sie einfach an: mobilfunkteam@sipgate.de.

From doing to being agile – sipgate auf der Agile2013

16.08.2013 von Gerrit 1 Kommentar

sipgate agile 2013

Seit sipgate mit agilen Methoden arbeitet, sind wir auch regelmäßig auf der Agile20XX vertreten. Auf der wohl größten Konferenz ihrer Art drehte sich letzte Woche alles um Scrum, Kanban, XP und Co. Dieses Jahr ging es mit über 1700 Teilnehmern nach Nashville, Tennessee.

Von den Inhalten und Gesprächen mit alten Konferenz-Hasen kann man eine Entwicklung ablesen: Es gibt mehr und mehr Firmen, die wirklich agil arbeiten. Früher schien dies für viele unerreichbar. Und die Inhalte bewegen sich weg von einer starren Umsetzung von Scrum hin zu experimentelleren und individuelleren Ansätzen. Dies spiegelte auch das Oberthema wieder: Practitioners Making Agile Work.

Ein heißes Thema dieses Jahr war das “Mob Programming”. Dabei gibt es für ein ganzes Team nur einen einzigen Computer, auf dem Programmcode geschrieben wird. Das Team sitzt gemeinsam vor zwei Beamern, alle 15 Minuten wird das Keyboard im Kreis an die nächste Person weitergegeben. Auf diese Weise sollen Fehler früh vermieden werden, Wissen besser im Team verteilt werden. Zudem soll es dem Team helfen fokussiert an nur einer Aufgabe zu arbeiten. Es ist eine recht radikale Weiterentwicklung von Paarprogrammierung und wurde viel diskutiert und praktiziert.

Neben der Weiterentwicklung solcher technischer Praktiken gab es auch wieder viele Diskussion über Methoden für die Produktentwicklung. Im Hinblick auf die Einführung agiler Methoden wird häufig Shuhari aus dem Kampfsport als Modell angeführt: Zunächst übt man neue Schritte so lange, bis man sie gemeistert hat. Erst dann beginnt man, sie zu verändern. Schließlich kommt man in einen Zustand, in welchem man alles so verinnerlicht hat, dass das eigene Handeln die Grundregeln der Methode wiederspiegelt. Dieses Jahr gab es einige lebhafte Beispiele von Unternehmen, die diesen letzten Zustand erreicht haben. In einer Diskussion zitierte Scrum-Mitbegründer Jeff Sutherland seinen Partner Ken Schwaber, der die Situation bei einem Klienten beschreibt: “I don’t know what they are doing. It’s not Scrum, but they are eating their competitors for lunch!”.

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