Rechnen mit der Süddeutschen

16.03.2011 von Thilo 4 Kommentare

Vor zwei Tagen hatten wir das Vergnügen, uns an einer Laudatio zu erfreuen. Die Süddeutsche würdigt die Produkte unseres Cebit-Standnachbarn, der Firma AVM aus Berlin. Wer einmal mit Fritzboxen zu tun hatte, weiss, dass es AVM gelungen ist, eine unglaubliche Leistungsvielfalt mit gleichzeitiger Bedienbarkeit zu verheiraten.

Um so mehr freuten wir uns, dass auch sipgate Erwähnung gefunden hatten. Bei uns könne man eine europaweite Flatrate buchen:

Auszug aus dem Artikel

Auszug aus dem Artikel

Lediglich der Preis von 16,90 Euro erstaunte uns, kostet unsere Europa-Flatrate doch nur 8,90 Euro. Aber Fehler passieren und so griffen wir zum Hörer, um auf den falschen Preis hinzuweisen.

Wir erfuhren, dass schon alles seine Richtigkeit habe. Der Preis käme auf Basis unseres Plus-Tarifes zustande. In diesem Tarif kostet unsere Europa-Flatrate 6,90 Euro. Man habe das Entgelt von 3,90 Euro für die zustätzlichen Telefonnummern und Faxfunktionen, die in diesem Tarif angeboten werden, zu den 6,90 Euro hinzugerechnet.

Überraschend, aber ja, so kommt man auf 10,80 Euro, auch wenn dieser Preis bereits Leistungen enthält, die über die Europa-Flatrate hinausgehen.

Hinzurechnen müsse man ferner das Guthaben, das mindestens auf dem Konto eingezahlt werden müsse. Dies seien bei einem Neuabschluss eines Plus-Tarifes mit Europa-Flatrate 6,10 Euro. Dass es sich hierbei um jederzeit erstattbares Guthaben für weitere Leistungen wie beispielsweise Anrufe zu Handys handelt, das zudem nur im ersten Monat abgebucht wird, sei nicht relevant. (*)

Das gibt zwar keinen Sinn, aber es macht 16,90 Euro.

Ein derartig lapidarer Umgang mit Zahlen erstaunt, standen letzte Woche noch Feinheiten im Mittelpunkt der Betrachtung. Nur dank der Süddeutschen wissen wir nämlich, dass dem deutschen Coca-Cola-Dosen-Trinker pro Dose ein Gramm Zucker vorenthalten wird:

Die Süddeutsche übernimmt's: Aufklärung von Liebhabern zuckerhaltiger Limonadengetränke

Die Süddeutsche übernimmt's: Aufklärung von Liebhabern zuckerhaltiger Limonadengetränke

(*) Wir haben uns für diese Lösung entschieden, weil im Rahmen der automatischen Aufladung eines Guthabenkontos in aller Regel bei Unterschreitung eines Guthabens von 5,- Euro eine neue Aufladung ausgelöst wird. Im Falle von Neukunden hatte dies in der Vergangenheit häufig dazu geführt, dass direkt bei der Buchung eines Tarifs oder nach dem ersten Telefonat eine zweite Aufladung erfolgt. Dies empfanden viele Kunden als überraschend. Die Praxis hat gezeigt, dass ein Guthaben von 1,10 Euro über dem Minimum von 5,- Euro in aller Regel als eine gute Lösung empfunden wird.

4 Kommentare

  1. Zuzanna
    am 16.03.2011 um 21:18

    Die SZ ist ja auch in anderen Bereichen für ihre “seriöse” Berichterstattung bekannt.

  2. Piou Pistacchio
    am 23.03.2011 um 15:02

    Es ähnelt doch ein wenig an Marktschreierei, “und ich lege noch einen drauf”…Natürlich müssen Verbraucher geschützt und umfassend informiert werden, aber dann doch auch bitte richtig. Warum hat die Süddeutsche ihre Berechnung der “echten” Kosten nicht dazu genannt? Die Antwort wissen wir nun alle: Weil jedem der Unsinn sofort aufgefallen wäre, 8,90 Euro war eben einfach zu preiswert, das konnte einfach nicht stimmen.

  3. Nico
    am 08.04.2011 um 01:23

    Die SZ ist neben “seriöser” Berichterstattung vor allen Dingen für den Telefonterror von der Abo-Abteilung bekannt.

  4. Poschi
    am 19.04.2011 um 22:21

    Bescheuert… Naja, ein gutes Unternehmen wie Ihres kann man aber so nicht in den Dreck ziehen! Macht weiter so!

    Poschi

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